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  © 2009 Intensiv-Yoga                             AGB         IMPRESSUM          LINKS                    Stand 14.06.2010 21:30:06

 

Yoga statt Aspirin

 

Eine Stunde Yoga statt Antibiotika. Meditative Übungen statt Betablocker gegen Bluthochdruck. Atmen gegen Asthma. Eine grossartige Vorstellung: Wir gehen zur Yoga-Schule statt zum Arzt. Yogaübungen (Asanas) auf Rezept: hoch wirksam, aber ohne Nebenwirkungen. Abgesehen von gestrafften Formen und einer besseren Haltung. Denn Yoga heilt. Mit Yoga lassen sich Risikofaktoren wie erhöhte Blutfettwerte und Übergewicht verringern. Auch bei Gefäßverengungen und Angina pectoris zeigen sich Yoga-Programme als wirksame Therapie.Sicher ist: Blutwerte verbessern sich, Hormonspiegel steigen, Muskeln entspannen, Gelenke laufen wie geschmiert und das Immunsystem setzt Viren und Bakterien unter Feuer, sobald Yoga in den Heilungsplan aufgenommen wird. Besonders Erfolg versprechend, so zeigen neue Forschungsergebnisse,ist Yoga deshalb als Medizin genau gegen jene Erkrankungen, die unsere Zivilisationsgesellschaft massenhaft hervorbringt: Schmerzen am Bewegungsapparat, Stoffwechselstörungen, Atemwegs - und Herz -Kreislauf - Erkrankungen, ein geschwächtes Immunsystem und psychische Leiden. Und immer beliebter wird Yoga deshalb auch im Umgang mit allen jenen Aspekten von Frauengesundheit, bei denen es darauf ankommt, das komplizierte Wechselspiel von Körper und Seele neu auszubalancieren: bei Menstruationsproblemen, ungewollter Kinderlosigkeit, in der Schwangerschaft und in den Wechseljahren. Hunderte von Studien und Literaturhinweisen finden Sie allein zu diesemThema in der Datenbank des internationalen Verbandes der Yoga-Therapeuten.

 

● Gesundheit neu ausloten

 

Den eigenen Weg finden, die individuellen Erfahrungen ernst nehmen - das ist wichtig, wenn Yoga seine gesundheitlichen Wirkungen entfalten soll. Doch das macht es auch schwierig, allgemeingültige Ergebnisse über seine Wirkung vorzulegen. Denn Yoga wirkt nicht wie Aspirin oder Antibiotika, wie ein Medikament, das Krankheitserreger oder Nervenzellen betäubt. Er kann, wie der Psychophysiologe Ulrich Ott erläutert, vielmehr "einen massiven Stimulus setzen, um körpereigene Systeme ins Lot zu bringen". Zu den wichtigsten Wirkungen gehört dabei die Entspannung - und die zeige sich unter anderem "an einer verlangsamten Atmung, einer Senkung von Herzrate und Blutdruck und einer niedrigeren tonischen Muskelspannung. Wohlgemerkt: nach Beendigung des Trainings".

 

Als allgemein vorbeugende gesundheitsfördernde Massnahme wird Yoga hierzulande aufgrund solcher Erfolge von den Krankenkassen auch unterstützt. Wer Yoga als Medizin gegen eine Krankheit braucht, kann aber mit Kassenleistungen noch nicht rechnen. Selbstbeteiligung und Selbstverantwortung sind beim Yoga also gefragt, und das nicht nur in finanzieller Hinsicht. Denn Gesundheit wird nicht als ein Zustand verstanden, sondern als Gleichgewicht, das fortwährend ausbalanciert werden muss - und auch werden kann. Dennoch: Yoga ist kein Wundermittel. Bei manchen schweren Erkrankungen wird die Wirkung möglicherweise darin bestehen, dass der Erkrankte mit den Belastungen der Krankheit oder der schulmedizinischen Therapie bedeutend besser klarkommt, physisch und psychisch. Denn Yoga besteht nicht nur aus nachvollziehbaren körperlichen Übungen, sondern stellt ein mehrstufiges und vielschichtiges philosophisches System dar, das auch Atemübungen, Meditation, Reinigungsrituale und Verhaltensregeln umfasst.

 

Quelle: Brigitte 9/2005